Schusterhaus in Kochel. Foto: Klaus Haag
Immer ein Gewinn … auch für den Denkmalschutz

Kulturgüter und Denkmäler verkörpern Heimat und prägen unsere gesellschaftliche Identität. Der Schutz von Denkmälern trägt dazu bei, kulturelles Erbe zu bewahren. Seit 1991 sind bundesweit über 605 Millionen Euro Zweckerträge aus der Lotterie GlücksSpirale an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) geflossen. Mit diesen Mitteln konnten in dieser Zeit allein in Bayern über 680 Denkmäler mit mehr als 1.150 Projekten gefördert werden. Im Jahr 2025 waren es rund 2,6 Millionen Euro, die bei über 80 Denkmälern zu deren Restaurationen und Instandsetzungen im Freistaat beigetragen haben.


Aktuelle Förderprojekte

 Jurahäuser, Mörnsheim/Eichstätt (Oberbayern)

Die Jurahäuser sind bedeutende Wahrzeichen für die Baugeschichte der Region entlang des Altmühltals. Hier lebten einst die Steinbrecher aus den nahegelegenen Steinbrüchen. Sie galten lange als rückständige Bauernhäuser. Dabei ist ihre Architektur einzigartig. Die Arbeiter erbauten sie aus dem wertvollen Material, das sie ans Tageslicht befördert hatten: den flachen Solnhofner Kalksteinplatten.

Der Jurahausverein erhielt 2025 entscheidende Unterstützung für die Instandsetzung zweier Gebäude aus 1416 und 1723 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Mitteln aus der GlücksSpirale und Spenden.

Jurahäuser Moernsheim. Foto: SLSV
Foto: Jurahäuser Mörnsheim_Denkmalschutz GS 2025 © SLSV

Kleiner Goldener Saal, Augsburg (Schwaben)

Der „Kleine Goldene Saal“ in Augsburg stammt aus dem 18. Jahrhundert. Er war ursprünglich Aula des Jesuitenkollegs St. Salvator und ist heute eine beliebte Spielstätte für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen, aber auch integriert in das Schulleben eines benachbarten Gymnasiums.

Im Zuge von Restaurierungsarbeiten wurden auch die Fenster und Fassade saniert – finanziert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Mitteln aus der GlücksSpirale und Spenden.

Kleiner Goldener Saal Augsburg. Foto: SLSV
Foto: Kleiner Goldener Saal Augsburg_Denkmalschutz GS 2025 © SLSV

Wilde Rose Keller, Bamberg (Oberfranken)

Die Geschichte des Bräukellers „Wilde Rose“ in Bamberg reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Eine besondere Attraktion des bayerisch-fränkischen Biergartens ist der Musikpavillon von 1873, eine Holzkonstruktion mit filigranen Schnitzereien und maurischen Elementen. Die einzigartige Bühne wird bis heute für Konzerte und Darbietungen genutzt.

Bei den restauratorischen Schreiner- und Malerarbeiten konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Wirtsfamilie aus den Zweckerträgen der GlücksSpirale sowie Spenden unterstützen.

Wilde Rose Braukeller Bamberg. Foto: SLSV
Foto: Wilde Rose Braukeller Bamberg_Denkmalschutz GS 2025 © SLSV

Ältere Förderprojekte

Schloss Greifenberg (Oberbayern)

Die Entstehung von Schloss Greifenberg am Ammersee reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück und ist seither Stammsitz der Familie von Perfall. Die Brücke, die zum Hauptportal des Schlosses führt, stammt im Kern aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

In den Jahren um 1900 erfolgte eine Teilerneuerung aus dem damals neuartigen Baustoff Beton. So zählt diese Brücke zu einer der ersten Betonkonstruktionen in Bayern. Für ihre Instandsetzung stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2024 Mittel aus der GlücksSpirale und Spenden zur Verfügung.

Foto: Schloss Greifenberg © SLSV
Foto: Schloss Greifenberg © SLSV

Alte Schule Immenstadt Bühl (Schwaben)

Die „Alte Schule“ in Bühl am Alpsee, einem Ortsteil von Immenstadt, wurde um 1865 errichtet und war bis 1972 in Betrieb. Seither stand sie leer und war in entsprechend schlechtem Zustand. Ein privater Verein setzte sich für ihren Erhalt ein und konnte den Abriss verhindern.

Entscheidende Unterstützung bei der Grundsanierung erhält der Verein durch die Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Mitteln aus der GlücksSpirale und Spenden.

Foto: Alte Schule Immenstadt © SLSV
Foto: Alte Schule Immenstadt © SLSV

Ehemaliges Weingut Iphofen (Unterfranken)

Das ehemaligen Weingut, erbaut 1724, liegt eingebettet in der Stadtmauer der Altstadt von Iphofen. Entsprechend bedeutend ist die städtebauliche Rolle des Wohnhauses.

Bei der Renovierung des historischen Mansardendachs, des Außenputzes sowie der Freitreppe konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die neuen Privateigentümer von 2022 bis 2024 aus den Zweckerträgen der GlücksSpirale sowie Spenden unterstützen.

Foto: Ehemaliges Weingut Iphofen © SLSV
Foto: Ehemaliges Weingut Iphofen © SLSV

Burg Rothenfels (Unterfranken)

Hoch über dem Main zwischen Würzburg und Aschaffenburg ruht auf einem gewaltigen Felsen die Burg Rothenfels. Die in der Stauferzeit um 1150 von Markward von Grumbach erbaute Festung, trutzte in der Folgezeit Belagerungen und Kriegen und wechselte mehrfach ihre Besitzer. 1919 erwarb der Bund Quickborn, als Teil der katholischen Jugendbewegung, die Burg. Die Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels erhält die Burg seitdem und betreibt vor Ort eine Jugendherberge und eine VHS-Akademie.

Seit Sommer 2022 ist der Ostpalas als größtes Gebäude der Burganlage eine Baustelle. Die Türme des Gebäudes mussten dringend saniert und ihre Dächer und Wände vor weiterem Verfall geschützt werden. Die Vereinigung wird dabei von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 108.000 Euro aus den Zweckerträgen der GlücksSpirale sowie Spenden unterstützt.

Foto: Burg Rothenfels © SLSV
Foto: Burg Rothenfels © SLSV

Das Vöhlinschloss im Unterallgäu (Schwaben)

Die äußere Form des über lange Zeit als Pfarrhaus genutzten Gebäudes zeugt von seiner Entstehungszeit um 1490. Im Barock wurde es um einen Ritterfestsaal erweitert, im 18. Jahrhundert folgten Innenausbauten. Seither gab es nur Reparaturen und Modernisierungen, so dass sehr viel Ursprüngliches vorhanden ist. Mit den jüngsten Restaurierungen sollte so viel wie möglich an historischer Substanz erhalten bzw. getreu wiederhergestellt werden.

Für die Instandsetzung des Dachs stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 50.000 Euro aus den Zweckerträgen der GlücksSpirale zur Verfügung. Künftig wird das Schloss nicht nur privat bewohnt, sondern steht auch den örtlichen Vereinen für Veranstaltungen offen.

Foto: Vöhlinschloss © SLSV
Foto: Vöhlinschloss © SLSV

Hof Kurzrock, Weilheim (Oberbayern)

Der Hof Kurzrock ist ein Wohnstallhaus aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts und befindet sich in der Oberen Stadt in Weilheim. Er wurde spartanisch bewohnt und stand lange leer, weshalb seine Originalität bewahrt wurde. Historischen Fenster und Türen sind noch vollständig erhalten, ebenso war die Fassadenbemalung teils noch erkennbar.

Dies alles zu restaurieren und den Hof zeitgemäß bewohnbar zu machen, hat sich die Familie Kurzrock zur Aufgabe gemacht und wurde hierfür von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 30.000 Euro durch die Mittel aus der GlücksSpirale unterstützt.

Foto: Hof Kurzrock in Weilheim © SLSV
Foto: Hof Kurzrock in Weilheim © SLSV

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